…in its finest hour.
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30. Sep 2009Als der erfolgreiche Starkomiker George Simmons erfährt, dass er in weniger als einem Jahr an einer unheilbaren Blutkrankheit sterben wird, wird ihm klar, dass er so ziemlich alles außer Freunde und einen echten Sinn im Leben hat. Bei einem Auftritt in einem Club trifft er auf den jungen und noch unerfahrenen Stand-Up-Kollegen Ira und gewinnt ihn kurzerhand als seinen gut bezahlten Opening-Act, Assistenten, Schützling und irgendwie auch als besten Freund.
(via Moviepilot)
Das ist also Judd Apatows dritte Regiearbeit. Wahrscheinlich wird es der Film sein, der dieses Jahr die meisten Menschen enttäuscht, denn wer Apatows vorherige Filme, 40 Year Old Virgin und Knocked Up kennt, wird eine platte, derbe, aber herzensgute Komödie erwarten, über die man nicht viel nachdenken muss und die es am Ende doch jedem recht macht. Und wer Adam Sandlers Filme kennt, erwartet sowieso nur Klamauk.
Funny People, auf deutsch grausig Wie das Leben so spielt betitelt, ist beides nicht. Es ist, im Großen und Ganzen, ein sehr leiser Film über den vereinsamten Komiker George Simmons, der durch seine Erkrankung und die Freundschaft zu dem aufstrebenden Ira Wright zumindest ein Bisschen von seinem oberflächlichen, dekadenten und sinnlosen Lebensstil gelöst wird.
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Die große Stärke des Films sind seine Schauspieler und ja, ich, als bekennender Sandler-Hasser, meine alle Schauspieler inklusive dem Hauptdarsteller. Zwar spielt Sandler wie immer nicht gerade überzeugend und insgesamt recht ausdruckslos, aber es geht schon in Ordnung und nicht nur viele Gags, sondern die gesamte Figur George Simmons funktioniert nur dank Sandler. Die Filme, die der Komiker dreht, sind ganz klar Parodien auf einige von Sandlers immer gleichen Klamotten, was natürlich Apatow zuzuschreiben ist, aber auch ein gehöriges Maß an Selbstironie Sandlers verlangt, ein Charakterzug, der mir jeden Menschen erst einmal grundsympathisch macht.
Dazu kommt Seth Rogen in der zweiten Hauptrolle, der hier meiner Meinung nach seine beste Performance bisher liefert und vor allem mal von seiner “dummer, aber liebenswerter Kiffer”-Rolle etwas abweicht, die Unsicherheit Iras und seine Unzufriedenheit mit seinem Leben kommen für mich hervorragend rüber. Nur sollte Rogen mal wieder zunehmen, damit die ganzen “du bist nicht lustig, aber siehst lustig aus”-Witze wieder funktionieren. Auch Jonah Hill und vor allem Jason Schwartzman, die Iras Mitbewohner (ebenfalls angehende Comedians) spielen, sind hervorragend und hätten viel mehr Screentime bekommen sollen. Schwartzman möge bitte die Hauptrolle im nächsten Apatow-Film bekommen, der Mann kann noch viel mehr.
Wo wir bei Screentime sind: Der Film dauert fast 2 1/2 Stunden, meiner Meinung nach viel zu lang. Zwar hab ich mich nie wirklich gelangweilt, da der Film zwar nicht so offensiv komisch ist wie die Vorgänger, aber noch immer jede Menge gute Gags hat und Apatow nach wie vor sehr schöne Dialoge schreibt, aber im Mittelteil plätschert der Film schon ein wenig vor sich hin. Damit meine ich nicht die recht lange Montage von Stand-Ups, die halte ich im Gegenteil für sehr wichtig, um zu zeigen, dass Ira und co. eben wirklich lustig sein können, sondern eher Szenen wie “das ist meine Garage, hier fliegen zig Plasma-Fernseher rum”, die wohl Georges absurden Reichtum darlegen sollen, aber etwas zu dick aufgetragen und vor allem Milliarden mal dagewesen sind (“Je reicher du wirst, desto mehr kriegst du umsonst.” ist auch keine besonders neue Weisheit mehr). Insgesamt wirkt der Film dann tatsächlich etwas ziellos.
Winzige Spoiler voraus: Was ihn für mich dann aber doch noch rausreißt, ist das brilliante Ende. Apatow hat hier auf ein “wir machen es allen recht”-Ende verzichtet, Simmons ist eben keine grundlegend andere Person geworden, der Prozess ist nicht abgeschlossen, sondenr hat gerade mal begonnen und auch, wenn es zumindest für Ira ein Happy End gibt (was man ihm als Zuschauer auch wünscht), ist am Ende eben mal nicht alles perfekt, die Figuren sind lediglich auf einem guten Weg, ihr jeweiliges Leben, mit dem sie beide unzufrieden sind, zu ändern oder zumindest in den Griff zu bekommen. Spoiler Ende.
Dadurch kommt Apatow dann doch an den durch die Story drohenden Klischees vorbei und schafft es, einen unterhaltsamen und stellenweise sehr berührenden Film zu machen, der zwar nicht mehr so brüllend komisch ist wie seine bisherigen Werke, aber dafür durch seine interessanten Figuren, seine großartigen Darsteller und das wie gesagt hervorragende und für mich ziemlich überraschende Ende durchaus als Zeugnis von Apatows Reife gesehen werden kann. Sandler-Fans dürften enttäuscht sein, ebenso alle, die “nur” Standard-Apatow-Comedy wollten (was Apatows bisherige Filme auf keinen Fall abwerten soll!), aber wer sich ohne ebendiese Erwartungen auf den Film einlässt wird ihn wahrscheinlich auch mögen.
Und im nächsten Film dreht Apatow dann ja vielleicht eine wirklich tolle Tragikomödie. Mit Jason Schwartzman in der Hauptrolle.
1 Reaktion zu Funny People – Review
Als Ich Ein Hamster War » Blog Archive » Die schlimmsten deutschen Filmtitel englischsprachiger Filme
30. September 2009 am 2:55 pm
[...] Funny People – Review Als der erfolgreiche Starkomiker George Simmons erfährt, dass er in weniger als einem Jahr an einer unheilbaren Blutkrankheit sterben wird, wird ihm klar, dass er so ziemlich alles außer Freunde und… [...]