…in its finest hour.
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8. Jul 2009Die erste Episode des neuen Monkey Island Titels Tales of Monkey Island sollte gestern erscheinen. Zumindest im WiiWare-Store ist sie noch immer nicht verfügbar. Lange habe ich nicht mehr so sehnsüchtig auf das Erscheinen eines Videospiels gewartet. Dabei ist die Spannung doch eigentlich “relativ” gering, oder? Ich meine, wir alle wissen was uns erwartet: Das neue Monkey Island wird wieder ein humorvolles Adventure, mit hoffentlich spannender und witziger Handlung und hoffentlich kreativen Rätseln. Die einzige Spannung ist doch letztlich, ob man dieses “hoffentlich” letztlich streichen kann, große Überraschungen im Gameplay erwartet doch niemand.
Warum also freuen sich trotzdem alle dermaßen auf die Fortsetzung eines alten Spiels? Klar, es hat damit zu tun, dass zumindest die ersten drei Teile dieser Reihe einfach extrem gut waren (und der vierte auch okay), aber das kann doch nicht der Grund sein, warum ich jede halbe Stunde in den Keller gehe, um im WiiWare-Kanal nachzusehen. Ich habe eine sehr große Sammlung an Videospielen, kaum eins davon durchgespielt, warum also Monkey Island? Kurz: Warum spiele ich seit ca. 10 Jahren prinzipiell dieselben Spiele? Wäre es nicht viel schöner, neue Ideen auszuprobieren, neue Spielwelten zu erkunden? Und warum reichen uns überhaupt die alten Helden nicht mehr, ist doch jahrzehntelang gut gegangen?
Nun, es gibt zwei Probleme, die die Spieleindustrie momentan hat. Notiz: In meiner Argumentation beschränke ich mich vor allem auf Nintendo-Konsolen, da ich a)deren Spiele seit jeher bevorzuge und sie b)besonders beim zweiten Problem am stärksten betroffen sind, aber auch die meisten Chancen auf Besserung bieten.
Das Problem ist: Es gibt sie so gut wie gar nicht. Das letzte Spiel, was nicht irgendeiner bekannten Reihe angehörte und was mich wirklich begeistert hat, war Professor Layton für den Nintendo DS. In der Tat ein fantastisches Spiel, was aber vor allem an der fesselnden Handlung und den wundervollen Zeichnungen liegt. Denn, mal ehrlich: Das Spielprinzip ist doch nur eine lahme Version der alten Point & Click Adventures. Statt die Rätsel sinnvoll in die Handlung und Umgebung zu integrieren, sagen hier einfach Personen “Oh, ich habe da noch ein Rätsel.”. Nicht falsch verstehen, das Spiel ist wirklich toll, aber besonders kreativ oder gar innovativ ist das nicht. Und was ist mit all meinen anderen Lieblingstiteln? New Super Mario Bros. Ein erbärmliches Spiel eigentlich, kaum mehr als eine deutlich schwächere Version von Super Mario World (okay, das ist nicht ganz fair, halte ich letzteres doch für das beste Spiel aller Zeiten). Castlevania (verschiedene Teile). An der Serie hat sich doch nie wirklich viel geändert, oder? Zelda: Phantom Hourglass. Ebenfalls kaum Neuerungen. Okay, man kann Boot fahren und auf die Karte malen, aber ein neues Spiel macht das auch nicht. Fire Emblem: Radiant Dawn. Final Fantasy IV. Advance Wars: Dark Conflict. Super Mario Galaxy. Crash: Herrscher der Mutanten. Super Smash Bros. Brawl. You name it, alles mehr oder weniger dieselben Spiele wie seit Jahren. Vielleicht suche ich auch an den falschen Stellen, aber mir fällt kaum ein wirklich neues, innovatives Spiel ein, das mich an den neuen Konsolen fesselt. Das sind alles tolle Spiele, aber wann gibt es mal wirklich neues? Wir können ewig so weitermachen, die Spiele, auf die ich mich in Zukunft freue: Mario Galaxy 2. Metroid. Zelda. New Super Mario Bros. Wii. Der Abklatsch eines Abklatsches. Die neuen Final Fantasy Teile.
Das Problem ist, dass besonders Nintendo (Microsoft und Sony verbessern eh nur noch die Grafik) mittlerweile fast nur noch auf die Casual Gamer setzen. Ich mein, das im Moment am meisten angepriesene Wii-Spiel ist Wii Sports Resort. Diese Problematik ist mittlerweile bekannt und 1000-fach durchgekaut.
Man könnte nun einwenden, wir wollen es doch so. Wir wollen doch auch das 1000ste Mario-Spiel spielen, freuen uns doch wie die Kinder über jeden neuen Zelda-Teil. Und in der Tat wäre das ein berechtigter Einwand, wenn man irgendwie den Eindruck hätte, diese Spiele würden besser werden oder wenigstens gleichbleibende Qualität liefern. Aber mal ehrlich: Wer einen Super Nintendo zur Hand hat und einen NDS wird sich immer für Mario World und A Link To The Past anstatt für New Super Mario Bros. und Phantom Hourglass entscheiden. Im Original Giana Sisters kann ich mich noch immer bis tief in die Nacht verlieren (erst vor Kurzem mal wieder mit meinen Brüdern geschehen), die DS-Version spiele ich häppchenweise zwischendurch.
Was aber genau sind die Probleme dieser Neuauflagen? Nun, da wäre zum Einen der Mangel an neuen Einfällen. Hatten wir das nicht schon, wird der ein oder andere sagen? Was ich aber hier meine, sind nicht völlig neue Spielkonzepte, sondern neue Details, die die neuen Teile einer Reihe wirklich von ihrem Vorgänger unterscheiden. Toll, in New Super Mario Bros. gibt es Riesen- und Mini-Mario. Welch kreative Idee. Über Zelda haben wir ja schon gesprochen. Castlevania hat das Glyphensystem. Früher hieß das “Waffen”. Bei Giana Sisters kann man ins Mikro blasen. Dafür fehlen fast alle Upgrades. Kurz: Ich habe nicht nur das Gefühl, ich spiele seit Jahren dasselbe, nein, ich spiele auch noch schlechtere Versionen derselben Spiele und zahle (zumindest in der Theorie) auch noch dafür.
Was mich aber noch mehr stört, ist der Schwierigkeitsgrad der neuen Titel. Vor kurzem haben wir mit einigen Freunden nochmal Mario World durchgespielt. Selbst die erfahrensten Spieler scheitern noch immer an einigen Passagen, auch wenn sie diese bereits 1000 Mal gespielt haben. In A Link To The Past konnte man Stunden damit verbringen, irgendein Rätsel zu lösen, um den nächsten Tempel zu finden. In Giana Sisters durfte man beinahe gar nicht sterben, da sonst das richtige Upgrade an der richtigen Stelle fehlte. Die Neuauflagen all dieser Titel kann man einhändig, mit verbundenen Augen und 7 Promille noch immer nicht verlieren. Wahrscheinlich ein Zugeständnis an die neu gewonnen Casual Gamer, aber verdammt, die haben doch ihre Spiele, was ist mit uns Hardcore-Zockern?
Warum wir diese Spiele dann trotzdem spielen? Nun, und damit sind wir wieder am Anfang angelangt, weil es nichts neues spannendes gibt. Keine neuen, wirklich fantastischen, begeisternden Spiele. Ja, ich bin mir bewusst, dass der Horizont hier recht klein ist, dass es Ausnahmen gibt, dass die “alten” Spielereihen zwar schlechter, aber nicht schlecht sind, dass man, wenn man nur lang genug sucht, mit Sicherheit neue Ideen finden wird, in der Homebrew-Szene oder wo auch immer. Aber genau das ist der Punkt: Ich will nicht suchen müssen. Konnte man sich früher kaum retten vor tollen Ideen, neuen spannenden Spielen, fallen einem heute doch schnell für jedes System drei, vier Pflichttitel ein, und alles andere ist in fünf Minuten abgehakt. Die Spieleindustrie langweilt mich, aber ich spiele zu gerne, um aufzuhören. Vielleicht ist auch das ein Problem: Dass wohl keine Firma die Hardcorespieler wirklich verlieren wird, weil die eh nie aufhören werden zu spielen.
Dennoch: Ich wünsche mir für die Zukunft, dass entweder wieder mehr (auch große) Entwickler an ebendiese immerhin Kernzielgruppe unter den Spielern denken, dass wieder mehr Titel entwickelt werden, die neue Ideen für ebendiese Spieler liefern, oder dass wenigstens die altbekannten Spielereihen wieder mit mehr Detailliebe fortgesetzt werden, dass diesen neue Features hinzugefügt werden anstatt sie abzuschwächen und den Umfang zu verkleinern und dass sie vor allem fordernder und damit fesselnder werden, wieder an diesen “nur noch dieses Level schaffen”-Instinkt gerichtet sind, und nicht, genau wie die Casual Games, nur für “nebenbei” oder “für die Werbepause” (in der Tat spiele ich hauptsächlich in der Gilmore Girls oder OC Werbepause und scheitere doch so gut wie nie an einem Spiel; und das, obwohl ich nichtmal besonders geschickt bin. Ja, ich habe kein Leben, deswegen blogge ich auch über Videospiele) konzipiert werden. Im Idealfall bitte beides.
Und jetzt geh ich nachgucken, ob ich endlich Tales of Monkey Island laden kann.
2 Reaktionen zu Die heutigen Videospiele: Neues kann kaum noch begeistern, Altes verliert an Qualität
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[...] Nick Hornby – Juliet, Naked Duncan und Annie führen eine unspektakuläre, aber immerhin recht beständige Beziehung. Seit 15 Jahren sind sie mehr oder weniger glücklich zusammen, zur Hochzeit oder gar zu Kindern ist es aber nie… [...]
Microblog 13.07.2009 « Riesenbüchse Idioten
11. October 2009 am 7:04 pm
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