Hurricane 2009 – Nachlese

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24. Jun 2009

Am Wochenende war es endlich soweit, das Hurricane-Festival 2009 fand statt und es hat wie immer großen Spaß gemacht. Meine Eindrücke vom diesjährigen Festival möchte ich hier zusammenfassen, bis Samstag gab’s ja auch Live-Twittern, mein Handy gab allerdings irgendwann am Abend den Geist auf.

Wie jedes Jahr nahmen wir Donnerstag Morgen den Zug, 7 Stunden Fahrt bis Scheeßel, die man allerdings mit viel Bier und ein paar Partien Flunkyball an den Bahnhöfen locker rumkriegt. Besonders interessant war es am Bremer Hauptbahnhof, an dem wir bei genau so einer Partie beinahe des Bahnhofs verwiesen wurden (hui…), da Robert sein Bier verschüttet hatte (“Da kann ich nichts für, das ist einfach Naturgesetz!”).

In Scheeßel angekommen schlugen wir nach dem immer wieder fürchterlichen Weg vom Bahnhof zum Gelände und der Bändchenvergabe in noch trockenem Wetter unsere Zelte auf. Das Wetter sollte so nicht bleiben, über die weiteren Tage war es sehr wechselhaft, mit kurzen, aber heftigen Regenschauern und ebenso kurzen Sonnenperioden. Die Abende über blieb es glücklicherweise aber meist trocken.

Den Donnerstag verbrachten wir weiterhin mit viel Bier und ein wenig Flunkyball, sodass die Erinnerung an die Abendstunden nur noch schemenhaft ist. Zum Glück mussten wir Freitag nicht all zu früh auf’s Gelände, die erste Band, die wir sehen wollten, waren die Ting Tings. Vorher haben wir allerdings dann doch noch Bosse mitbekommen, der zwar sehr sympathisch, aber auch ebenso langweilig daherkam.

Die Ting Tings dagegen machten großen Spaß, obwohl nur zu zweit konnten sie durch Loops etc. einen sehr dichten Sound erzeugen, Katie sah umwerfend aus, war sehr sympathisch und bei Hits wie Shut Up and Let Me Go und natürlich That’s Not My Name kam auch im Publikum Stimmung auf. Wunderbarer Festival-Auftakt!

Weiter ging’s mit Katy Perry, wenn man schonmal da war, konnte man sich das auch geben. Aber wir wären nicht wir selbst, würden wir die Chance nicht nutzen, um ordentlich abzuspacken. So animierten wir von Donnerstag an und den ganzen Freitagmorgen über die Leute zu einer Wall of Death zu I Kissed A Girl. Nun, es wurde “nur” ein Circle Pit, den wir da gestartet haben, aber was für einer, unglaublich viele Leute machten mit, es war ein Riesenspaß und so kann man auch aus Rotz noch was machen.

Danach ging’s rüber zur Grünen Bühne, denn da wartete das erste Highlight auf: Franz Ferdinand. Die Band ist live noch besser als auf Platte, Hits wie Take Me Out, Do You Wanna und Ulysses animieren zum Tanzen und zu meiner Freude gab es Lucid Dreams sogar in der langen, am Ende elektronischen Version. Es hat viel zu lange gedauert, bis ich diese Band gesehen habe und ich würde jede neue Gelegenheit wahrnehmen!

Besondere Props an dieser Stelle für den Bassisten (bin grad zu faul den Namen zu googlen), der einen Aufkleber mit der Aufschrift “EADG” verkehrt herum auf seinem Bass kleben hatte. Wenn das nicht von Humor zeugt!

Nach den vier Schotten sahen wir uns den ersten Headliner Kings of Leon an. Die hatte ich ’07 schonmal nachmittags gesehen und für sehr mies befunden, aber da ich ihre neuen Songs sehr mag gab ich ihnen eine zweite Chance. Nun, es war ein solides Konzert, die Songs kamen auch live gut und besonders die Light- bzw. Videoshow war sehr schön, aber noch immer nervte es mich, dass die Herren alle sehr gelangweilt daherkamen und Ansagen absolute Mangelware waren. Klar, man muss einen auf coole Rocksau machen, aber ein Bisschen kann man schon mit dem Publikum kommunizieren finde ich.

Zum Glück war das nicht der Abschluss des ersten Tages, den machten Kraftwerk. Ich habe mir ja viel vorgestellt, aber DAS? Wie fantastisch war dieser Auftritt? Vier Männer an Keyboards vor der besten Videoshow, die ich je gesehen habe, ein Genuss für Augen und Ohren und in diesem Fall war es nicht nur okay, sondern sehr passend, das auf jede Ansage verzichtet wurde. Spätestens, als sie zu Wir sind die Roboter tatsächlich vier Roboter hinter ihre Keyboards gestellt haben, hat mich der Auftritt völlig überzeugt, es war zwar etwas komplett anderes, als das, was man gewohnt ist, aber es war ohne Abstriche genial und ein würdiger Abschluss für den ersten Festivaltag.

Am zweiten Tag ging es schon früher zum Gelände, um die Ska-Punks von Less Than Jake zu begutachten. Ziemlich lahm, wenn man mich fragt, es klang alles gleich, es kam keine rechte Stimmung auf, 08/15-Punk-Stangenware halt. Gähn, hätte ich mit 14 gemocht, jetzt muss das nicht mehr sein.

Viel besser machten es Ska-P, deren Show wirklich eine einzige Party war und bei deren Hits wie Cannabis auch der letzte Zuschauer zu tanzen anfing. In der Tat habe ich selten eine Band gesehen, bei der sich so wenige Leute nicht irgendwie bewegen, es war ein großer Spaß.

Die folgen The Mars Volta konnten mit ihren progressiven, experimentellen und sehr langen Songs (der letzte dauert 15-20 Minuten) ebenfalls überzeugen, auch, wenn das eigentlich nicht meine Musik ist und ich mir das abseits von Konzerten wohl nie anhören werden. Besonders schön anzusehen war, wie der Sänger ausrastete, mit seinem Mikroständer jonglierte und akrobatisch anmutende Tanzeinlagen hinlegte, ohne dass sich sein Gesang merklich verschlechterte. Überhaupt, ziemlich geile Typen sind das:

Von der nächsten Band, den fast legendären Pixies, hatte ich mir zugegeben gar nicht so viel erhofft, obwohl ich sie (also die wenigen Songs, die ich wirklich kenne) durchaus mag. Sie waren allerdings absolut fantastisch, jeder Song ein Treffer, großartige Riffs, wunderbar gesungen von Frank Black und besonders Kim Deal (wie geil waren bitte die Chöre bei Where Is My Mind?), die außerdem permanent grinste wie ein Honigkuchenpferd und sichtlich Spaß an dem Auftritt hatte. Mit dieser Band werde ich mich auf jeden Fall noch eingängiger beschäftigen müssen. Übrigens habe ich selten soviel süßlichen Geruch auf Konzerten wahrgenommen, aber das war wohl Zufall, oder?

Danach bin ich ins Zelt gegangen, um Tomte nicht zu verpassen, da es erfahrungsgemäß sehr voll darin wird. Voll wurde es, und zwar zu, die Bands Lykke Li und Get Well Soon, die wir vorher sehen mussten, waren egal bzw. absolute Folter, aber es hat sich gelohnt. Das Tomte-Konzert war ganz wunderbar, Thees war im Gegensatz zum Immergut-Auftritt wesentlich besser gelaunt, ich habe endlich mal wieder Voran Voran live gehört (was für ein Song!) und überhaupt war die Setlist ungewöhnlich, aber toll (Schönheit der Chance als erstes z.B.). Alles in allem ein perfektes Konzert, nur beim nächsten Mal bitte nicht mehr im Zelt, liebe Veranstalter, okay?

Zwei wunderbare Tage, die das Geld bereits wert gewesen wären, aber da war ja noch der Sonntag. Los ging’s mit The Gaslight Anthem, die ich live ebenso fantastisch finde wie auf Platte. Die Punk-Attitüde kam ein Bisschen mehr durch, alles ging etwas mehr nach vorne und der Sänger ist ein verdammt geiler Typ. Klingt er bei den Liedern noch wie Brandon Flowers, so klingt er bei den Ansagen wie ein junger Lemmy, als würde er sich jeden Tag nach dem Zähneputzen den Mund mit zwei Flaschen Whiskey ausspülen. Seine Ansagen waren witzig, er war gut gelaunt und weiß, wie man mit einem Publikum umzugehen hat. Alles in allem darf man der Band wohl eine große Zukunft voraussagen, sie macht live wie auf Platte großen Spaß.

Dann gab es eine kleine Pause auf dem Zeltplatz, gefüllt mit einer Runde Flunkyball und einem Sixpak Cola. Bitte was? Nun, wir bekamen von einigen viel zu früh Abreisenden ein Sixpack Cola geschenkt. Nun hatten wir zwei Möglichkeiten: Es trinken oder damit abspacken. Es endete in einer Colaschlacht, die uns alle gehörig versiffte, aber der Spaß war es wert.

Danach ging’s wieder zum Gelände. Lily Allen sahen wir leider größtenteils nur von der Seite, dennoch gefiel mir der Auftritt seht, sie sah bezaubernd aus, variierte ihre Songs alle, um sie live- und tanztauglicher zu machen, coverte auch live Womanizer und begeisterte durch ihre sympathische, direkte und ungeschminkte Art. Tolles Konzert, tolle Frau.

Danach waren Keane an der Reihe. Die erste Platte fand ich wie gesagt toll, die zweite extrem langweilig, live geht das alles gar nicht. Der Sänger hält sich offenbar für Campino oder so, jeder zweite Satz ist “Make some noise!” und die Songs werden recht uninspiriert runtergespielt. Gähn, das hat uns im wahrsten Sinne des Wortes eingeschläfert.

Zum Glück wurden wir aber geweckt von den fantastischen Fettes Brot. Eine wahnsinnig gute Liveband, deren Konzerte sichtlich von den Ärzten beeinflusst sind, was ja mehr als passte: Anarchischer Humor, Wortgefechte, alles wird etwas lockerer gesehen als bei anderen Bands. Und dennoch gehen die Lieder auch live extrem ab, Songs wie Jein, Schwule Mädchen oder Bettina (in einer neuen, von der mitgebrachten Liveband dargebotenen Version) laden zum Tanzen und mitsingen ein und machen die Band zur perfekten Vorgruppe für

Die Ärzte

Was soll man da noch zu sagen? Die beste Liveband, die ich kenne, wie immer ein großartiges Konzert, die Band war hervorragend aufgelegt, die Witze waren gut, die Songs noch besser, Bela sah gut aus, Farin war witzig, Rod hat bei den Songs schön abgespackt, alles super. Kritisieren könnte man nur die überraschungsarme Setlist, es reihte sich Hit an Hit und es gab nichts seltener gespieltes, aber sei’s drum: Die Ärzte waren der perfekte Abschluss für ein nahezu perfektes Festival.

Moment, nahezu perfekt? Nun, ein etwas unangenehmeres Ereignis folgte noch, das mit dem eigentlichen Festival aber kaum zu tun hatte. Am letzten Abend, also nach den Ärzten, spackten wir wie immer noch ein wenig auf dem Campinplatz rum. Robert spielte Baseball mit einer Sonnenschirmstange und…irgendwas anderem, holte aus und traf mich mit der Stange unterm Auge. Passiert ist dabei nicht viel, es tat nur weh, mehr nicht, weshalb es hier auch lediglich als lustige Anekdote stehen soll, immerhin bin ich übermorgen der geilste auf der Entlassfeier, wenn ich mein Abizeugnis entgegennehme und dabei so aussehe:

foto-3

Auch ein interessantes Andenken an so ein Festival, aber das war es definitiv wert. Auch 2009 war das Hurricane wieder großartig, und wenn nichts dazwischenkommt, bin ich nächstes Jahr wieder dabei. Wunschheadliner dann: Echt, denn: Meine Zeit wird kommen im Jahr 2010!

1 Reaktion zu Hurricane 2009 – Nachlese

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Endgültig » Post Topic » Endgültig 7 (+1) kleine Blogger‘lein

14. August 2009 am 11:56 am

[...] ich ein Hamster war macht gerne bei mir mit und schreibt über Headliner… …so, da war es nur noch [...]

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als ich ein hamster war


  • Thang: Fuck Yeah! [...]
  • Sebastian: Auf dem Gameboy gibt's doch nur Super Mario Land, oder? Das ist in der Tat fantastisch...Super Mario [...]
  • Damian: Auf was hast du es denn gespielt? Auf dem Gameboy war und ist es, wie ich finde, absolut epochal gut [...]
  • Sebastian: Ich war auch noch bei Minus 5 ;) Es ist auch ganz ehrlich ein eher mittelmäßiges Spiel aus heutige [...]
  • Moritz: Hab Super Mario Bros. auch nie gespielt, aber ich war damals ja auch erst Minus sechs Jahre alt^^. S [...]