Oscar 2010 – Nachlese

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8. Mar 2010

Die Oscars sind gelaufen, ich habe tatsächlich die ganze Nacht durchgehalten und war danach noch arbeiten. Und das trotz der unendlich drögen, uninspirierten Show. Zwar gingen die Preisträger bis auf Best Cinematography für Avatar in Ordnung und es ist schön, dass James Cameron nicht ein einziges Mal die Bühne betreten durfte. Aber die Show selbst, der eigentliche Grund für mich, einzuschalten, war fast schon unverschämt langweilig und sah außerdem extrem billig, auf jeden Fall nicht nach Oscar aus.

Die Hosts Alec Baldwin und Steve Martin waren, nach einem netten Anfang, eine ziemliche Katastrophe, da stimmte weder die Chemie noch das Timing. Die Eröffnungsnummer hat Neil Patrick Harris übernommen und damit eines der sehr wenigen Highlights der Show geliefert – wahrscheinlich hatte Alec Baldwin einen Hexenschuss, sodass NPH kurzfristig einspringen musste. Beim nächsten Mal soll bitte entweder er von vornherein moderieren oder Tina Fey. Die sorgte nämlich zusammen mit Robert Downey Jr. für ein weiteres Highlight, die Einführung zur Drehbuch-Kategorie der beiden war äußerst witzig. Das gleiche gilt für Ben Stiller, der als Na’vi verkleidet ein Bisschen James Cameron verarschte. Dann gab’s noch charmante Dankesreden von Sandra Bullock und Jeff Bridges, der offenbar eher zufällig bei der Verleihung gelandet war und bei der Gelegenheit schnell den Oscar mitgenommen hat. His Dudeness ist im Real Life offenbar ähnlich entspannt wie seine Kultfigur.

Diese Momente waren amüsant, den einzigen großen Moment, der sich wirklich nach Oscar anfühlte, erlebte ich aber beim John Hughes Tribute. Das war wirklich nett gemacht, gut ausgewählte Clips, dazu Reden von diversen Schauspielern, mit denen er zusammengearbeitet hatte – da kam ganz kurz doch ein Bisschen Gänsehaut auf.

Aber sonst? Steve Martin und Alec Baldwin sind offenbar vorzeitig ins Bett gegangen, jedenfalls gab’s ab der Hälfte fast nichts mehr von den beiden zu sehen. Der Beste Film wurde am Ende mal schnell runtergerotzt, wer geblinzelt hat, hat den Sieger verpasst. Keine Performance der Nominierten für den Besten Song, dafür seltsamer Ausdruckstanz zu den Filmscores, der weder mit dem jeweiligen Film noch der Musik auch nur im Ansatz etwas zu tun hatte. Zwischendurch weihte Robin Williams ein Möbelhaus ein, die Hosts zeigten den billigsten und langweiligsten Filmspoof ever und George Clooney starrte glasig in die Gegend, obwohl keine Ziege in Sicht war.

Insgesamt waren die Oscars unter dem Showaspekt also eine Enttäuschung auf ganzer Linie – ohne Gesellschaft und Livechat hätte ich jedenfalls nicht die ganze Nacht durchgehalten. Schade, hat doch die Academy seit langem mal wieder ein gutes Händchen bei der Wahl der Gewinner bewiesen. Ich hoffe, dass die Show nächstes Jahr mit ein Bisschen mehr Glamour und vor allem mehr echtem Witz präsentiert wird.

Nachtrag: Batz und Jet Strajker haben bei den Filmfreunden auch ihre Nachlese geschrieben.

2 Reaktionen zu Oscar 2010 – Nachlese

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Die F5 Oscar-Nachlese 2010 | Die Fünf Filmfreunde

8. March 2010 am 6:18 pm

[...] Hier gehts zur Oscar-Nachlese von moviepilot-Kollegen Sebastian und hier hat Ines für moviepilot ihre Eindrücke zusammengefasst. Schick den Artikel weiter: [...]

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Alex

8. March 2010 am 9:47 pm

“und George Clooney starrte glasig in die Gegend, obwohl keine Ziege in Sicht war.”

Highlight :D

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